Die ehrliche Bestandsaufnahme
Der Zettel lag im Kopierraum.
Eine Bekannte hat mir von ihrem ersten Arbeitstag erzählt. Sechzig Leute im Betrieb, und die
Kollegen waren ehrlich überrascht, dass da jemand Neues war. Kein fester Platz. Kein
vorbereiteter Rechner. Kein klarer Ablauf. Das Absurde fand sie im Kopierraum: ein Zettel mit
ihrem Namen und einem Datum. „Azubi startet am 1. August.“
Die Information war also da. Sie war im Haus, sie war sogar aufgeschrieben. Nur nicht dort, wo
jemand etwas daraus gemacht hätte. Das war kein böses Unternehmen. Es war ein ganz normales.
Und genau das ist der Punkt.
So sieht es aus, wenn niemand zuständig ist:
- „Das haben wir ihm doch schon gezeigt.“
- „Der wird sich schon zurechtfinden.“
- „Learning by doing funktioniert am besten.“
Man hört immer nur die, die geblieben sind. Die anderen sind still gegangen, oft schon in der
Probezeit. Und die Stelle, die Sie gerade mühsam besetzt haben, ist wieder frei.