Die ehrliche Bestandsaufnahme
„Alles gut“ ist noch keine Antwort.
Die meisten Mitarbeitergespräche scheitern nicht an bösem Willen. Sie kommen zu spät, sie
bleiben zu allgemein, und am Ende steht ein gutes Gefühl statt einer Vereinbarung. Wer fragt,
bekommt fast immer zuerst die höfliche Antwort. „Ganz gut.“ „Kann mich nicht beschweren.“
„Passt schon.“
Wer an dieser Stelle „schön, freut mich“ sagt, hat das Gespräch beendet, bevor es begonnen
hat. Und ein halbes Jahr später liegt die Kündigung auf dem Tisch, mit einem Satz, den man
vorher hätte hören können, wenn jemand eine Frage mehr gestellt hätte.
So klingt es, wenn Gespräche ins Leere laufen:
- „Machen wir einmal im Jahr, ist ja Vorschrift.“
- „Läuft doch, warum drüber reden.“
- „Das haben wir doch alles schon besprochen.“
Man hört immer nur die, die geblieben sind. Die anderen sind still gegangen. Und ihr Weggang
kostet weit mehr als eine neue Besetzung.